Logopädie: mehr Lebensqualität bei Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen

Die Sprache ist das Tor zur Welt. Welche Bedeutung diese Erkenntnis hat, wird oft erst deutlich, wenn die Sprache und das Sprechen plötzlich eingeschränkt oder nicht mehr verfügbar sind. Eine häufige Ursache für den Verlust der Sprache sind Hirnschädigungen als Folge eines Schlaganfalls (Aphasie). In Deutschland sind bis zu 30 Prozent der jährlich ca. 270.000 Schlaganfallpatienten davon betroffen. Darüber hinaus zeigt sich bei etwa 50 Prozent der Schlaganfallpatienten in der Akutphase eine Schluckstörung. Etwa 25 Prozent haben auch später noch Probleme mit dem Schlucken. Sie alle brauchen logopädische Therapie.

Aphasien stellen sowohl für die Patienten als auch für deren Angehörige eine enorme Belastung dar, da sie die Kommunikation und das soziale Miteinander erheblich beeinträchtigen. Dabei können Sprachstörungen verschiedene Bereiche betreffen: die Lautebene, den Wortschatz, die Grammatik, das Verstehen und auch das Lesen und Schreiben. Häufig treten Sprach- und Sprechstörungen gemeinsam auf. Dann sind auch die Stimmgebung, die Artikulation und/oder die Sprechplanung erschwert.

Schluckstörungen nach einem Schlaganfall können sekundäre Komplikationen (Lungenentzündung) nach sich ziehen, die nicht nur die Lebensqualität der Patienten massiv beeinträchtigen, sondern bei schwerwiegenden Komplikationen auch lebensgefährlich sein können. Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen als häufige Folgen eines Schlaganfalls müssen schnell und professionell behandelt werden. Dies ist leider immer noch nicht in jedem Fall gewährleistet. Insbesondere bei weiblichen Patienten höheren Alters, deren Angehörigen nicht sehr gut über die Möglichkeiten informiert sind, die die logopädische Therapie hier bietet, ist die Versorgung bisher nicht optimal.

Wie erfolgreich die logopädische Therapie ist, hängt davon ab, wie groß die Beeinträchtigung im Einzelfall ist. Auch die Ursache einer Aphasie und die Frage, wie motiviert die Betroffenen selbst an der Rehabilitation mitarbeiten und dabei auch von ihrer Familie unterstützt werden, spielt eine Rolle. In jedem Fall können Menschen mit Aphasie durch die Therapie lernen, ihre kommunikativen Möglichkeiten voll auszuschöpfen, um weiterhin am sozialen Leben teilzunehmen. Vielen Menschen mit Schluckstörungen kann eine logopädische Therapie dabei helfen, ihre Nahrung selbst zu sich zu nehmen, statt auf Sondennahrung auszuweichen.

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